Projekt MOMO : Bau der zentralen Kamera für das gleichnamige Erstarrungsexperiment der
ACCESS e.V. Aachen
/ STS 84 Start 15. Mai 1997
Bei dem Projekt MOMO handelt es sich um ein Erstarrungsexperiment
unter Schwerelosigkeit. Bei dieser im Weltraum (SpaceShuttle Atlantis)
durchgeführten Versuchsreihe wird die Kristallisation einer geschmolzenen
Metalllegierung unter Verwendung einer transparenten Modellsubstanz
beim Erstarrungsvorgang untersucht. Dazu wird die Lichtbrechung an
den sich bildenden Korngrenzen ausgewertet. Da auf Grund sehr schwacher
Brechungsindexunterschiede der geschmolzenen und festen Modellkomponenten
nur sehr wenig Licht gestreut wird ist die Verwenung einer Restlicht-CCD-Kamera
nötig.
Die LcCCD12n-CCD-Kamera des Egloffsteiner Kameraherstellers OES GmbH, die für
diesen Zweck ausgewählt wurde zeichnet sich durch Rauscharmut selbst bei hohen
Betriebstemperaturen und Langzeitbelichtungen aus. Desweiteren ermöglichte
das einfache volldigitale Interface die Ankopplung an den für das
Weltraumexperiment von der schweizer Firma
CIR
entwickelten Steuerrechner.
Dieser Systemintegrator unternahm auch den Einbau der Kamera als zentrale
Meßkomponente in das Flug-SSD, die Experimentbox, die dann von der
NASA
in das Shuttle eingebaut und von den
Astronauten in Betrieb genommen wurde.
Blick ins Flug-SSD mit montierter OES LcCCD12n-CCD-Kamera (rechts vorne) / 16kB
OES LcCCD12n-CCD-Kamera im Flug-SSD (Ausschnitt) / 16kB
Flug-SSD zum fertig zum Einbau ins SpaceShuttle Atlantis / 22kB
Einbauort des MOMO Flug-SSD im SpaceShuttle Atlantis / 12kB
Arbeit der Astronauten am Flug-SSD im SpaceShuttle Atlantis / 12kB
Nachtstart der Atlantis-Weltraumfähre mit MOMO-Nutzlast / 58kB
Landung der Atlantis nach erfolgreicher Beendigung des MOMO Experimets / 71kB
Dank des großen Erfolgs des MOMO-Experiments hat die europäische Weltraumagentur ESA beschlossen das Experiment voraussichtlich im Oktober 1998 beim Flug STS95 in modifizierter Weise nochmals durchzuführen. Dazu wird eine Kamera LcCCD12 mit dem 25. Flug des Shuttle Discovery erneut in den Weltraum gebracht um weitere Erfahrungen bei der Erstarrung von Modelllegierungen unter dem Einfluß von Microgravitation zu sammeln (PAD 39-B (42)).
Ein Auszug dazu aus "ESA onstation" Heft 1 Dez. 1999: Seite28 ; Seite29 ; Seite30 ; Seite31
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